Partizipation - Kinder entscheiden und bestimmen mit

Wir verstehen unter „Partizipation“, dass Kinder mit ihren individuellen Möglichkeiten in die verschiedenen Angelegenheiten des Kita –Alltages miteinbezogen und beteiligt werden.

Wir wollen so früh wie möglich den Kindern Chancen eröffnen, sich mit demokratischen Strategien und Handlungsweisen vertraut zu machen und damit umgehen zu lernen.

Wenn Menschen diesbezüglich schon sehr früh positive Erfahrungen machen, umso eher werden sie sich im Erwachsenenalter im gesellschaftlichen Leben einbringen und engagieren. Unsere Demokratie lebt von Menschen, die aktiv agieren und sich einsetzen.

Wenn Kinder im Kita-Alltag mitwirken und -bestimmen können, dann entstehen für sie Herausforderungen, die sie umfassend in ihrer Entwicklung anregen:

  • Die Entwicklung der Ich-Kompetenz: In dem Prozess der Partizipation entwickelt sich die Bewusstheit des Kindes für sich selbst: Wer bin ich? Was will ich? Was gefällt mir und was gefällt mir nicht? Wie kann ich das begründen? Wie kann ich mich dafür einsetzen, wenn ich etwas erreichen will? Meine Meinung zählt und andere hören mir zu!
  • Die Entwicklung der Sozialkompetenz: Das Kind erlebt sich im Kontext mit den Anderen: Ich mache die Erfahrung, dass es in der Gruppe Kinder gibt, die das Gleiche wie ich wollen oder dass es welche gibt, die etwas anderes wollen. Ich stelle fest, dass meine Ideen für die Gruppe Bedeutung haben. Ich kann mich für andere einsetzen und kann mit anderen gemeinsam etwas erreichen. Manchmal muss ich meine Bedürfnisse und Interessen zurückstellen, um ein positives Zusammenleben mit den Anderen zu gestalten. Es ist schön, mit anderen zusammenzuleben.
  • Die Entwicklung von Sachkompetenz: Das Kind lernt Strukturen kennen und erleben, die für ein demokratisches Miteinander relevant sind: Ich mache mich mit Themen vertraut. Ich kann Sachverhalte verstehen und Zusammenhänge erkennen. Ich kann etwas bewegen und kenne Wege, wie ich etwas mit anderen erreichen kann. Ich kann verstehen, dass Absprachen verbindlich eingehalten werden.
  • Die Entwicklung von lernmethodischer Kompetenz: Das Kind entwickelt eine Bewusstheit für sein eigenes Lernen. Ich kann erkennen, wie ich mir etwas aneigne oder wie die anderen sich etwas aneignen. Ich weiß, wie und wo ich Informationen erhalten kann. Ich entscheide, was wichtig und unwichtig  ist. Ich höre anderen Kindern zu, wenn sie Ideen zu bestimmten Fragen oder Situationen haben und wie sie sich verhalten. Ich stelle meine Überlegungen selbst in Frage.

         

 

Unsere Ziele

Die Kinder erleben, dass die Einrichtung ein Ort ist, wo:

  • ihre Bedürfnisse, Interessen und Angelegenheiten aufmerksam wahrgenommen werden und Einfluss auf das Verhalten der Erwachsenen und der pädagogischen Arbeit haben,
  • ihre Meinungen und ihre Gefühle zählen,
  • sie selbständig spielen, agieren und handeln können,
  • ihre Fragen, Themen, Handlungen sowie Ideen Ausdruck finden und sich in der pädagogischen Arbeit widerspiegeln,
  • sie unterschiedliche Formen der Mitbestimmung im Alltagsgeschehen kennen und praktizieren lernen.